VVM e.V.


Verkehrs- und Verschönerungsverein Mühlheim e.V.


 

20 Jahre "Mühlheimer Kerb"

Die „Mühlheimer Kerb“ war schon immer ein Symbol der Veranstaltungen in unserer Stadt. In früheren Jahren, auf dem Festplatz an der Goetheschule, gehörte die Kerb zu den Ereignissen Mühlheims. Nach dem Ausbau der Schule und dem Anlegen eines Spielplatzes auf dem Festplatzgelände wurde die Kerb verlegt.

Man hatte sich damals für einen Kerbplatz neben der Willy-Brandt-Halle (Bürgerhaus) entschieden. Dieser Platz sollte ein neues Domizil für „Feste der Vereine“ und der „Mühlheimer Kerb“ werden. Der Platz wurde nicht angenommen, so dass zu den Festen und der Kerb immer weniger Besucher kamen. Der damalige Marktmeister Josef (Seppel) Lerch, der sich jahrzehntelang für die Kerb in Mühlheim einsetzte, legte 1992 sein Amt aus Altersgründen nieder. Der Verkehrs-und Verschönerungsverein Mühlheim (VVM), unter Vorsitz von Ludwig Neunobel, erklärte sich bereit, die Kerb am Leben zu erhalten.

Walter Schmidt übernahm die Leitung des neu gegründeten Kerbausschusses und der Kerbgesellschaft, welche für den VVM und die Kerb neue Wege suchen sollten.

Den Bürgerpark sah er als geeigneten Kerbplatz. Mit dem damaligen Bürgermeister Karl-Christian Schelzke und dem 1. Stadtrat Horst Lehr führte er die notwendigen Verhandlungen. Nach einigen Diskussionen wurde dem Vorschlag, die Kerb im Bürgerpark stattfinden zu lassen, zugestimmt. Der Plan war zunächst auf drei Jahre befristet.

Es wurde auf dem Platz vor dem Hallenbad, gemein-   sam mit dem be-  treibenden Schau-stelllerbetrieb Ferling, ein Vergnü-gungspark ange-   siedelt, welcher von der Jugend und den Junggebliebenen sofort angenommen wurde.

 

Mühlheimer Vereine wurden vom VVM angesprochen sich an der Kerb zu beteiligen. So übernahm im ersten Jahr die TKG SONNAU den Verkauf von Speisen und Getränken. Bereits ein Jahr später gesellte sich der Kegelsportclub KSC 74 dazu.

Im Jahr 2005 hat die DLRG OG Mühlheim den KSC 74 in der Bewirtung abgelöst, da deren Personal aus Altersgründen die Dienste nicht mehr besetzen konnte. Weiterhin ist in diesem Jahr der MFC “Die Altstaedter“ in das Kerbgeschehen mit eingestiegen. Sie betreiben alljährlich einen Weinstand.


Im Jahr 2012 hat es erneut eine Änderung des Bewirtungspersonals gegeben. Die TKG SONNAU, geschwächt durch den Austritt der Garden, konnte personell die Dienste nicht mehr leisten und es wurde mit dem Mühlheimer Karnevalverein (MKV) ein mitgliederstarker Verein gewonnen.

Im Kerbausschuss wurde über einen Sympathieträger für die „Mühlheimer Kerb“ diskutiert, wobei es sich ausdrücklich nicht um einen landläufig bekannten Kerbborsch handeln sollte.

 

Der damalige Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Stier machte den Vorschlag, jährlich einen Müllerborsch in der Mühlenstadt zu küren, welcher die Kerb nach außen hin vertreten bzw. repräsentieren sollte. Dieser Vorschlag wurde angenommen und bei der nachfolgenden Kerb 1994 in die Tat umgesetzt.
 

Einen Müllerborsch zu finden, war damals leicht, denn mit Hans-Jürgen Mloschin wurde ein Kenner der Mühlheimer Mühlen und deren Geschichte gewonnen. So wurde er 1994 als 1. Müllerborsch in dieses Amt eingeführt.

 

Mit der Zeit hat sich die Figur des Müller-borschen durchgesetzt und die Kürung erfreut sich großer Beliebtheit. Der Müller-borsch ist mit den Jahren eine immer stärkere Symbolfigur für Mühlheim geworden. War er in den ersten Jahren nur auf der Kerb präsent, besucht er heute, mit den Mitgliedern des Kerbvereins, viele Veranstaltungen in allen 3 Stadtteilen, wie die Dietesheimer und Lämmerspieler Kerb, Jubiläums- und Sommerfeste und Fastnachtsveranstaltungen aller Art. Er begleitet die Städtische Seniorenfahrt und vertritt sein Amt auf dem Mühlenfest. Er wird sogar alljährlich zum Empfang der „Hessischen Hoheiten“ beim Ministerpräsidenten eingeladen.

 

In den ersten Jahren gab es einen Festumzug, in Begleitung des Blasorchesters der SUM, um das Interesse der Mühlheimer an der Kerb und den Müllerborschen zu steigern. Dieser führte von der Gaststätte „Alte Mühle“ über die Brückenmühle, wo der jeweilige Müllerborsch mit einer Pferdekutsche abgeholt wurde, hin zum Festplatz. Dieser Umzug wurde bis 2008 praktiziert. Die folgenden Jahre spielte das Blasorchester direkt im Zelt zur Eröffnung auf.


Walter Schmidt hat im Jahr 2006 die Leitung des Kerbausschusses aus Altersgründen an Dieter Como abgegeben. Gemeinsam mit dem VVM Vorsitzenden Michael Rupp, der Mitgründer der neuen Kerb war, und den Mannen des Kerbausschusses, sowie den Müllerborschen, wurde der Kerbplatz neu gestaltet.

War in den ersten Jahren das Zelt noch abseits der Schausteller, so wurde aufgrund der Baustelle der Rodaurenaturierung zusammengerückt. Das Zelt fand 2006 seinen Platz gegenüber auf der grünen Zunge der Ringstraße, erstmalig mit einem großen Biergarten, und die Schausteller tummelten sich auf der Straße. Dadurch entstand ein familiäres Miteinander.

 

Jedes Jahr kam ein Müllerborsch dazu und viele Helfer waren in das Geschehen einge-   bunden. Der Kerbausschuss des VVM beschloss 2008 den „Mühlheimer Kerbverein e.V.“ zu gründen. Der 1. Vorsitzende heißt bis heute Michael Rupp. Die 2. Vorsitzenden sind seit Beginn Dieter Como und Thomas Schmitt, bereits alle ehemalige Müllerborschen.

Im Jahr 2010 konnte man wieder auf das Gelände vor dem Rathaus umziehen. Ein größeres Zelt mit einem neu gestalteten Bühnenbild fand seinen jetzigen Platz auf dem Boule-Feld. Vor dem Zelt entstand ein großer Biergarten und die Schausteller gruppieren sich rundum auf der Straße und der Wiese. Dies musste gefeiert werden. Erstmalig gab es Samstagabend ein Eröffnungsfeuerwerk. In den folgenden Jahren konnte Irene Rupp ihre Sponsoren immer wieder für ein Feuerwerk gewinnen.

 

Ein großes Zelt, 4 Tage volles Musikprogramm, neue Hinweistafeln an den Ortseingängen, Fahnen, Bühnenbild, Holzverkleidung vor den Verpflegungsständen und einheitliche Kerb-T-Shirts wurden über die Jahre angeschafft. Das musste natürlich auch finanziert werden.

 



 

 

 

 

Hat in den ersten Jahren Walter Schmidt einen 4- später 16- seitigen Flyer mit zuerst 2-3 Anzeigen, vom Kerbausschuss in ein paar Straßen verteilen lassen, wurde 2006 bereits ein dünnes Programmheft 4-farbig mit Werbung von 28 Seiten in Mühlheim großräumig verteilt.


Im Jahre 2012 hatte die Kerbbroschüre 4-farbig aus festem Glanzpapier sogar 72 Seiten. Diese wird seit 2010 mit einer Stückzahl von 15.000 in Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel an alle Haushalte verteilt. Verantwortlich für Texte, Werbung und Gestaltung zeigt sich Irene Rupp. Ohne Unterstützung der Mühlheimer Gewerbetreibenden wäre eine solche Veranstaltung nicht zu bestreiten.

Die Kerb sollte attraktiver werden und das Programm abwechslungsreicher sein. Irene Rupp arbeitete das Programm weiter aus und ist mit viel Engagement dafür zuständig, die Kerbbesucher immer wieder mit neuen Highlights auf die Mühlheimer Kerb zu locken. So entstand im Jahr 2005 die Idee zum Familiennachmittag am Kerbsonntag, an dem zahlreiche Vereine aus allen 3 Stadtteilen ihr Können präsentieren.

Im Jahr 2006 wurde, mit dem „Vereinsstammtisch“ am Kerbsonntag, ein neuer Höhepunkt entwickelt. Jedes Jahr können mehr Vereine aus allen 3 Stadtteilen begrüßt werden. Der „Kaffee-Klatsch am Kerb-Montag“ mit Modenschau der Bürger- und Seniorenhilfe Mühlheim, trägt seit 2010 dazu bei, die Attraktivität des Zeltgeschehens zu steigern.


Ein weiterer Höhepunkt der Mühlheimer Kerb ist, seit 1995, das “Aufwiegen” des amtierenden Müllerborschen am Kerbdienstag. Mit einer, von Lothar Ulitzsch extra angefertigten Waage, wird das Gewicht des Müllerborschen mit Mehlsäcken, Bierkästen und Einzelflaschen aufgewogen. Das Gewicht kann von dem Publikum geschätzt werden. Für die besten “Schätzer” stehen hierzu 3 attraktive Preise zur Verfügung.Das aufgewogene Mehl wird an Weihnachten zu Nikoläusen verbacken und zur Eröffnung des Mühlheimer Weihnachtsmarktes kostenlos an die Besucher verteilt.

Durch die Kürung des Müllerborschen und der vielen Verbesserungen und Anregungen hat die „Mühlheimer Kerb“ einen riesen Aufschwung genommen. Für die Verantwortlichen gilt aber heute noch nach Möglichkeiten zu suchen, welche die Kerb noch attraktiver machen, um damit weitere Besucher zu gewinnen.

 

Irene Rupp