VVM e.V.


Verkehrs- und Verschönerungsverein Mühlheim e.V.


 

Vereinschronik

Als im Jahre 1949 einige Bürger unserer Stadt, an ihrer Spitze Willi Simon, den Verkehrs- und Verschönerungsverein aus der Taufe gehoben haben, hat es sicher einige Bürger gegeben, die damals ob dieses Vorhabens gelächelt haben. Was bedeutete schon im Jahre 1949 ein Verkehrs- und Verschönerungsverein ?

Die Frage an sich war verständlich. Noch waren ja die Schrecken des Krieges, waren Not und die Entbehrungen der Nachkriegszeit nicht aus dem Bewusstsein der Menschen gebannt.

Um so bewundernswerter war es, dass es damals Männer gab, die die Kraft und den Mut hatten, über die Probleme des Tages hinaus zu erkennen, auch an den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Bürger in unserer Stadt zu denken.

Die Richtigkeit ihres Handelns wurde den VVM- Gründern schnell bestätigt. Als der VVM Anfang 1950 formell mit seiner Arbeit begann, konnte er bereits 10 Mühlheimer Vereine zu seinen Mitgliedern zählen. Erster Vorsitzender des VVM wurde zu jener Zeit der Wirt der Gaststätte “Zum Wasserturm”, Willi Simon.

Zwei Jahre später folgte ihm Jakob Lohr und als zweiter Vorsitzender Walter Schmitt. Als Beisitzer wurden seiner Zeit Josef Lerch und Johan Wack gewählt. Diesem neuen Vorstand ist es schon damals gelungen, einen gemeinsamen Vereinskalender aufzustellen und die Voraussetzung für gegenseitige Hilfe und Unterstützung zu schaffen.

Jakob Lohr ist es zu verdanken, dass 1948 die Idee des Karnevalsumzuges wieder neu entdeckt wurde. Zu den geistigen Vätern des neuen Mühlheimer Umzuges zählen aber auch Hermann Duttine und Josef Lerch.

Jakob Lohr wurde am 06. April 1959 durch Ferdinand Hainz abgelöst. Zweiter Vorsitzender wurde wiederum Walter Schmitt und als Kassierer wurde Erich Klein, der schon seit 1956 dieses Amt inne hatte, bestätigt.

Die Aufgaben des VVM wuchsen mehr und mehr. Zur Vereinstätigkeit kam als weitere Aufgabe die Verschönerung des Stadtbildes hinzu.

Absicht und Ziel des VVM war und ist, die Behörde bei ihrer Arbeit und ihrer Aufgabe, unserer Heimatstadt immer mehr Impulse zu geben und unsere Stadt zu einem vorbildlichen und gutnachbarschaftlichen Gemeinwesen auszubauen, zu unterstützen und dazu beizutragen, dass neben den Maßnahmen für eine immer besser werdende Infrastruktur auch das Gesicht der Stadt permanent verbessert und verschönt wird.


1963 wurde Franz Huppert als Nachfolger von Ferdinand Hainz gewählt. Ihm folgte am 06. Juli 1967 Theo Schmitt als Vorsitzender des VVM. Dessen beide Stellvertreter waren Werner Grasmück und Walter Schmitt, Kassierer war weiterhin Erich Klein.
 

Eine weitere wichtige Aufgabe des VVM, die Erforschung der Geschichte Mühlheims führte im Jahre 1970 zur Gründung der Geschichtsabteilung. Die ersten Mitstreiter in dieser neuen Abteilung waren Rektor Richard Krug, Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred Pönisch und Oberamtmann Johann Wack. Weitere Aufgaben der Geschichtsabteilung des VVM waren die Erhaltung von Denkmälern und die Erforschung der Frühgeschichte. Auf diesen Gebieten ist innerhalb relativ kürzester Zeit eine anerkannte und unschätzbare Leistung vollbracht worden.

Der VVM hat sich seit seiner Gründung auch tatkräftig der Erhaltung und der Pflege des alten Brauchtums angenommen. Hierzu zählen auch die Kirchweih und deren Gestaltung. Jakob Lohr hat in den 50er Jahren die Marktverwaltung übertragen bekommen, die von 1960 bis 1996 von Josef “Seppel” Lerch wahrgenommen wurde.

Der Kreis der Mitglieder im VVM ist ständig größer geworden und so konnte das Aufgabenspektrum ständig erweitert und konsolidiert werden.

Eine wichtige Aufgabe sah und sieht der VVM darin, zur Verschönerung des Stadtbildes beizutragen, dafür Anregungen und Hinweise zu geben und Initiativen zu entwickeln.

Nicht nur die Verschönerung des Stadtbildes, sondern auch die Schaffung von Ruheplätzen, Trennung von Reit- und Spazierwegen und die Erhaltung des Waldes sind wichtige Ziele des VVM und müssen ständig beobachtet und in die Tat umgesetzt werden.

So hat der VVM bei der Umgestaltung der Dietesheimer Basaltsteinbrüche, Ende der 70er Jahre, ein gewichtiges Wort mitgesprochen. Es entstand das Naherholungsgebiet. Aber auch beim Ausbau der Mainpromenade war der VVM einer der Architekten und konnte dabei konstruktive Vorschläge den Entscheidungsgremien der Stadt nahe bringen.

Im Jahre 1983 wurde erstmals in den Gassen der Mühlheimer Altstadt ein Fest, nach einer Idee von Albert Kemmerer und gestaltet von den Mühlheimer Vereinen, gefeiert.

Zum Auftakt diese Festes bewegte sich ein Umzug durch die Stadt an dem auch eine alte Postkutsche, gezogen von zwei Pferden, teilnahm. An den Zügeln saß kein geringerer als der damalige Weltmeister im Gespannfahren, Herr Freund.

Seit dieser Zeit wird auch eine Festbroschüre zum Altstadtfest, gesponsert von der Mühlheimer Geschäftswelt, herausgegeben.

 

Seit Dezember 1986 ist der VVM, zusammen mit der Stadt und der Gemeinschaft Mühlheimer Fachgeschäfte, Veranstalter des Weihnachtsmarktes.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Festes ist das abschließende vorweihnachtliche Konzert in der Pfarrkirche von St. Markus, bei dem eine freiwillige Spende von den Besuchern erbeten wird. Der Erlös dieser Spende kommt caritativen Organisationen in Mühlheim zu Gute.

 

Ein weiterer Verdienst des VVM und seiner Geschichtsabteilung unter Richard Krug ist die Einrichtung eines Stadtmuseums im Gebäude des alten Rathauses. Hier hat die vor- und frühgeschichtliche Arbeitsgruppe eine Heimat für ihre Arbeiten gefunden. Eine Dauerausstellung, die Funde dieser Zeit auf pädagogisch hervorragende Weise präsentiert, befindet sich im 1. Stock. Die im Erdgeschoss befindlichen Räumlichkeiten werden für wechselnde Ausstellungen genutzt.

Männer die den Verein prägten
Richard Krug, Walther Schmitt, Theo Schmitt, Josef Bergmann

Am 17. Juni 1992 legte der Vorsitzende Theo Schmitt, nach über 25-jähriger Arbeit, sein Amt nieder. Für seine Verdienste wurde er mit dem Titel “Ehrenvorsitzender” ausgezeichnet. Ludwig Neunobel trat die Nachfolge von Theo Schmitt an.

Im März 1994 war es aus organisatorischen Gründen nötig, die Geschichtsabteilung des VVM in einen eigenen Verein zu überführen. Es gründete sich der “Geschichtsverein Mühlheim am Main e.V.”. Sein erster Vorsitzender wurde Albert Dewald.

Unter Ludwig Neunobel wurde 1994 ein neues Konzept für die Mühlheimer Kerb entwickelt. Die Mühlheimer Kerb wurde dauerhaft auf einen neuen Termin, 3 Wochen nach Pfingsten, verlegt. Zudem wurde der Kerbplatz in die Mitte der Stadt, an das Hallenbad, Bürgerpark, verlegt. Die Vereine wurden in das neue Konzept mit einbezogen und eine neue Symbolfigur, der Mühlheimer “Müllerborsch”, geschaffen.

Der VVM ist alljährlich auch für die Mühlheimer Seniorenfahrt der Stadt Mühlheim, die bereits zum 53. Mal stattfand, verantwortlich. Für die Planung und Durchführung sind Heinz Müller, Theo Schmitt und Karlheinz Bucinskas zuständig.

Von anfänglich ca. 50 Teilnehmern wuchs die Zahl ständig, so dass wir in den letzten Jahren durchschnittlich 400 - 450 Seniorinnen und Senioren bei diesen Fahrten begrüßen konnten. Traditionsgemäß fährt auch der Bürgermeister als einer der Gastgeber bei dieser Fahrt, ob mit Bus, Bahn oder Schiff, mit.

Im Jubiläumsjahr 2000, der VVM wurde 50 Jahre alt, wurde erstmalig im September ein Weinfest im Rathausinnenhof durch den VVM, unter Einbeziehung Mühlheimer Vereine, ausgerichtet. Das Weinfest wurde durch die Mühlheimer Bürger sehr gut angenommen und ist inzwischen bereits in der weiteren Region bekannt.
Das Weinfest, für das sich Rainer Kraft verantwortlich zeichnet, hat seinen festen Platz am zweiten Septemberwochenende gefunden.

 

Der Vorstand des VVM im Jubiläumsjahr 2000

 

Im Jahre 2002 legte Ludwig Neunobel das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Michael Rupp gewählt. Ihm zur Seite stehen derzeit Rainer Kraft und Karlheinz Bucinskas als Stellvertreter.

Die Aufgaben des VVM sind sehr vielfältig und werden von der ehrenamtlichen Tätigkeit seiner Mitglieder und insbesondere seiner Vorstandsmitglieder getragen. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit und das ehrenamtliche Engagement vieler könnte manche kulturelle und auch sportliche Veranstaltung nicht durchgeführt werden und unser Gemeinwohl und das Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger wäre um ein vielfaches ärmer.

Auch künftig wird der VVM nichts unversucht lassen, damit die Visitenkarte unserer Stadt noch pregnanter wird, dass die Menschen dieser Stadt noch mehr bzw. wieder Freude an ihrer Kommune haben.
In seiner Rede zum 25-jährigen Bestehen des VVM sagte der langjährige zweite Vorsitzende und Landrat des Kreises Offenbach, Walter Schmitt, wörtlich:

“ Wenn der VVM 1949 nicht gegründet worden wäre, müsste man ihn heute gründen “.

Diese Worte haben auch am heutigen Tag nichts an ihrer Aktualität verloren.

 

Irene Rupp

 

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